Meine Ziele
für Zürich

In diesem grossen Spannungsfeld zwischen Wachstum und Verdrängung, den Bedürfnissen der so vielfältigen und unterschiedlichen Bewohner:innen unserer Stadt fühle ich mich wohl! Als Bauvorsteher suche mit sehr viel Beharrlichkeit und klaren Vorstellungen nach der richtigen Lösung. Am liebsten gemeinsam mit den Menschen, die betroffen sind – der Einbezug der Quartierbevölkerung in die Gestaltung neuer Projekte ist zentral, um die Stadt weiterzubauen. Eine Stadt für alle bedeutet, sie gemeinsam mit allen vorwärts zu denken!

Zürich und der Richtplan

Zürich ist attraktiv. Attraktiv als Ort, an dem man arbeitet, lebt und seine Freizeit verbringt. Darum wächst unsere Stadt. Dieses Wachstum ist Chance und Herausforderung zugleich. Chance, weil Zürich dadurch noch lebendiger, bunter und vielfältiger wird. Und Herausforderung, weil wir es schaffen müssen, das Wachstum sozialverträglich und ökologisch zu gestalten. Wie können wir der Gentrifizierung entgegenwirken? Wie stellen wir sicher, dass es auch in Zukunft genügend Wohnungen, Schulen und Freiräume für alle gibt? Wie machen wir die zunehmende Mobilität stadtverträglicher und – aktueller denn je – wie bringen wir die rasante Entwicklung in Einklang mit dem Netto-Null-Ziel?

Mit den beiden kommunalen Richtplänen Siedlung und Verkehr geben wir Antworten auf diese Fragen. Und wir stellen wichtige Weichen für ein soziales und ökologisches Zürich der Zukunft.

Mit dem Siedlungsrichtplan sichern wir die Flächen für die zukünftigen Infrastrukturen und Freiräume. So, dass auch in zwanzig Jahren genügend Schulhäuser, Parks und Sportplätze für alle an den richtigen Orten bereitstehen. Der Siedlungsrichtplan sorgt aber auch dafür, dass die vielen Quartierzentren in unserer Stadt noch attraktiver werden. So werden die Wege kürzer und das lokale Gewerbe wird gestärkt. Und schliesslich setzt der Siedlungsrichtplan verbindliche Massstäbe für eine sozialverträgliche Entwicklung. Damit die hart erkämpften Instrumente für mehr preisgünstigen Wohnraum auch wirksam eingesetzt werden können.

Der Verkehrsrichtplan setzt bei den drängenden Mobilitätsthemen an. Er hilft, die gesündesten, elegantesten, saubersten und günstigsten Arten der Fortbewegung – nämlich zu Fuss gehen und Velo fahren – attraktiver und sicherer zu machen. Ich selber sitze täglich auf dem Drahtesel und weiss, dass Zürich noch kein Vorzeigebeispiel für den Veloverkehr ist und die Fussgänger*innen unter dem Mischverkehr leiden. Damit es zügig vorangeht, wollen wir die Velorouteninitiative schnell umsetzen.

Zürich und das Bauen

Stadt und Genossenschaften haben allein in den letzten 4 Jahren über 2500 neue gemeinnützige Wohnungen gebaut! Das ist viel, aber nicht genug. Es braucht einen zusätzlichen Effort für mehr bezahlbare Wohnungen, wenn wir das Drittelsziel bis 2050 erreichen wollen. Und so engagiere ich mich dafür, dass auch renditeorientierte Bauherrschaften ihren Anteil leisten müssen. Unsere Stadt braucht aber weit mehr als bloss genügend Wohnungen. Als Hochbauvorsteher sorge ich darum dafür, dass auch Schulen, Sportanlagen, und Wachen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstehen.

In den letzten Jahren haben wir uns wichtige Instrumente erkämpft, um mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen: Mit dem Mehrwertausgleich und dem neuen § 49 b im Planungs- und Baugesetz stehen uns heute Mittel zur Verfügung, um auch die renditeorientierten Bauherrschaften verbindlich in die Pflicht nehmen zu können. Darüber hinaus arbeiten wir als Stadt weiter eng mit den verschiedenen Genossenschaften und Stiftungen zusammen und unterstützen sie in der Schaffung von mehr gemeinnützigem Wohnraum. Und natürlich baut die Stadt auch in Zukunft selber gute und bezahlbare Wohnungen.

Aber auch die Schulraum-Offensive werde ich weiterhin konsequent vorantreiben. Dafür braucht es neben einer guten Planung zusätzlich rasche und unkomplizierte Lösungen. Wie etwa mit der ehemaligen Geschäftsliegenschaft Mürtschenpark, die nun als Sekundarschule genutzt wird. Oder mit der Übernahme des ehemaligen Radiostudios Brunnenhof im Baurecht. So werden die Schulbauten, die wir mit hoher Qualität selbst erstellen, sinnvoll ergänzt.

Es wird aber auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben, den Menschen in der Stadt den nötigen Raum zur Verfügung zu stellen. Dass dies zu Debatten führt, ist verständlich und auch richtig. Denn die Züricher*innen wollen und sollen die Stadtentwicklung mitdenken, mitgestalten und mittragen. Und das nicht erst an der Urne, sondern bereits im Planungsprozess. Davon profitieren alle und dafür setze ich mich ein.

Zürich und das Klima

Beim Planen, Bauen und Sanieren spielt das Thema Klimaschutz eine Hauptrolle. Wir wollen bauen und wir wollen zukunftsfähige Lösungen für die Energieversorgung. Aber nur so, dass am Ende nicht die Mieter*innen in Form von überhöhten Mietzinsen die Zeche zahlen. Mit den städtischen Wohnsiedlungen Hornbach und Herdern haben wir jüngst gezeigt, dass das möglich ist.

Durch Photovoltaik und den Anschluss an das bestehende Fernwärmenetz kann die Wohnsiedlung Herdern mit Energie versorgt werden – begrünte Dachflächen bieten dazu Lebensräume für Flora und Fauna. Bei der Wohnsiedlung Hornbach wird die geplante Öffnung und Begrünung des namensgebenden Hornbachs zur Renaturierung beitragen.

Dass viele Wege zu Netto-Null führen, zeigt auch der neue Erweiterungsbau des Kunsthauses: Die Energie kommt aus einer Photovoltaikanlage und einem Erdsondenfeld. Zudem wurde über 90 Prozent Recyclingbeton für den Bau verwendet. Alles in allem sparen wir so 75 Prozent an Treibhausgasemmissionen.

Aber auch Sanierungen sind ein wichtiges Thema für das Klimaziel Netto-Null. Die Anfangsinvestitionen, die Liegenschaftenbesitzer*innen tätigen müssen, amortisieren sich durch signifikant tiefere Energiekosten. So werden mittelfristig auch die Nebenkosten der Mieter*innen sinken. Ich setze mich dafür ein, dass hier nicht seitens der Privaten versucht wird, Profit daraus zu schlagen. Es gibt keinen Grund für eine Mietzinserhöhung nach einem Heizungsersatz!